So fing alles an

Ich bin überzeugte Bio-Konsumentin. Deshalb führte ich viele Jahre lang einen Bioladen. Unter anderem hatte ich Bio-Haarfarben in meinem Sortiment. Da mich die Erfahrungen meiner Kundinnen mit den Pflanzenhaarfarben interessierten, beobachtete ich, wie sich die Farben im Haar entwickelten, und erkundigte mich, wie zufrieden die Frauen damit waren. Dabei lernte ich, dass sich viele der pflanzlichen Farbstoffe nach einigen Haarwäschen wieder aus dem Haar herauswuschen. Eine Ausnahme bildete Henna: Der darin enthaltene Farbstoff Lawson verbindet sich dauerhaft mit der Haarfaser. Das gefiel manchen Frauen nicht, z.B. wenn sie später einen anderen Farbton ausprobieren wollten.
Als meine eigenen Haare weiß wurden, wollte ich das ändern. Weiße Haare sehen bei vielen Frauen wunderschön aus – das finde ich bei mir aber nicht. Natürlich entschied ich mich für eine Bio-Haarfarbe.
Das Ergebnis war genau so, wie es mir viele Kundinnen zuvor beschrieben hatten: Der Rotton blieb – und passte einfach nicht zu mir. Eine chemische Haarfarbe kam für mich nicht infrage. So schien ich zunächst nur die Wahl zwischen weißen oder roten Haaren zu haben.
Damit wollte ich mich nicht abfinden. Ich suchte nach einer anderen Lösung.  

Eines Tages duschte ich meine Zwerg-Bananenstaude in der Badewanne. Ich schnitt zwei Blätter ab und vergaß sie in der Wanne. Als ich am nächsten Morgen ins Bad kam, entdeckte ich einen hellbraunen Fleck. Der Blattsaft hatte die Emaille verfärbt. Natürlich versuchte ich, den Fleck zu entfernen und schrubbte mit verschiedenen Reinigern – ohne Erfolg. Der Fleck blieb. Wochenlang. Monatelang.
Schließlich hatte ich eine Eingebung. Wenn der Blattsaft so dauerhaft Emaille färben kann – könnte er vielleicht auch weiße Haare färben!
Ich wusste, die Bananenpflanze wird in vielen Ländern seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt und ihr  Pflanzensaft ist reich an wertvollen Pflanzenstoffen. Deshalb hatte ich ein gutes Gefühl, den Blattsaft an meinen Haaren auszuprobieren.
Das Ergebnis überraschte mich sehr positiv. 
Meine weißen Haare hatten einen wunderschönen natürlichen Blondton  bekommen – und der Rotstich von dem Henna in den Pflanzenhaarfarben war weg. Nun benutzte ich den Blattsaft regelmäßig. Auch Freunde und Familienmitglieder probierten ihn aus. Alle waren begeistert – von dem natürlichen blonden Farbton und davon, wie gesund, kräftig und gepflegt sich ihre Haare danach anfühlten. Mehr über diese besondere Pflegewirkung erfahren Sie in der Produktbeschreibung.
Uns wurde klar: Für Menschen, die ihre Haare natürlich blond färben möchten, gibt es im Biohandel keine vergleichbare Alternative. Doch eine Frage blieb offen: Wie lässt sich diese natürliche Färbereaktion so stabilisieren, dass daraus ein gebrauchsfertiges Produkt entstehen kann?
Auf der Suche nach einer Antwort fand ich wissenschaftliche Unterstützung an der Jacobs University. Gemeinsam arbeiteten wir über viele Jahre daran, die natürliche enzymatische Färbung zu erforschen und für die Haarfärbung nutzbar zu machen. Aus einer zufälligen Entdeckung entwickelte sich ein umfangreiches Forschungsprojekt. Schließlich entstand daraus ein eigenes Verfahren und ein Rezept, das wir patentieren ließen.

2017 dokumentierten wir die Wirkung der Haarfarbe erstmals in einem Video:




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